Eine Rundfahrt auf der Insel Sant´Erasmo



Der Besucher startet vom Lato Azzurro aus, wo es Fahrräder gibt (12). Von dort aus wendet man sich nach links und fährt entlang der Lagune auf der Via Forti, an einem kleinen Hafen vorbei und erreicht die kleine Straße, die zum Torre Massimiliano und zur Bar Pizzeria da Tedeschi führt. Die Straße teilt sich: rechts führt sie zum Anleger der Linea 18 der ATCV(2), die Sommerverbindung zum Baden auf dem Lido. Geradeaus kommt man zur Bar (13), die tägliche bis Mitternacht geöffnet ist. Sie liegt direkt am kleinen Strand von Sant´Erasmo, von dem aus man einen besonders schönen Panoramablick genießen kann. Zuvor, auf der linken Seite der Straße liegt die eindrucksvolle Turmruine des Torre Massimiliano (13), der in der Mitte des 18. Jahrhunderts von den Österreichern erbaut wurde. Von der Spitze des Turms hat man einen Blick auf die Lagune und auf die sich daran anschließende Adria.
Zurück auf der Asphaltstraße folgt man der Küstenseite der Insel und fährt für zwei Kilometer an bestellten Feldern und Brombeerbüschen vorbei; letztere sind ein Zeichen dafür, dass die Felder verlassen wurden. Vorbei an einer kleinen, in lebhaftem Rot gestrichenen Hütte, sieht man auf der rechten Seite ein Turmhaus, das von einer venezianischen Familie wieder aufgebaut worden ist: ein Beobachtungsturm aus dem letzten Krieg. Nur wenig weiter, nach einem kleinen Wäldchen auf der rechten Seite, öffnet sich eine ca. 20 Meter lange Straße, die zum Ufer der Insel führt. Von hier aus kann man – mutig und barfuß über den matschigen Untergrund und besonders bei tiefer Ebbe, eine kleine, noch nicht lange bestehende Strandinsel, La Motta oder Secca del Bacán genannt, erreichen. Sie befindet sich gegenüber vom Hafenausgang und dem offenen Meer.
Kehrt man zurück auf die Via Forti, entdeckt man nach einem langgezogenen Halbkreis die zweite, ehemalige, jetzt verlassene Beobachtungsstation. Nach einer längeren Wegstrecke, vorbei an Büschen uns Sträuchern in Richtung Kirche, sieht man auf der rechten Seite den Friedhof. Hier befindet man sich auf halber Wegstrecke der Inselrundfahrt und kann, ohne abzubiegen, der Straße folgen und entdeckt auf der rechten Seite ein bekanntes Restaurant – eine ehemalige „Ferien-auf-dem-Land“ (Agriturismo) Anlage. Danach nähert man sich dem faszinierenden, stillen Ambiente der ehemaligen Fischzucht- und Fischfanganlage (17). Die Straße mit Kieselsteinen und Grasbewuchs führt durch die Tamarisken-Sträucher und nach einigen Linkskurven verbindet sie sich wieder mit der asphaltierten Straße auf der Lagunenseite, der Via Motte. Wenn man dagegen auf der Sandstraße weiterfährt, kommt man kurz vor dem letzten Haus zu einer Einfahrt, die manchmal geöffnet ist, und von der aus man – mit der Bitte um Erlaubnis – zu dem ehemaligen Fort (ex ridotto nuovo di Sant´Erasmo) weiterfahren kann (18). Folgt man weiterhin der kleinen Sandstraße, erreicht man eine weitläufige Wiese, von der aus man einen wunderschönen Blick auf die Inseln Torcello, Burano und die nördliche Lagune hat. Über eine Reihe von Tamerisken schauend, sieht man die nördlichste Barena der Insel, auf der leider Autowracks und Hausmüll abgelagert werden ( ein wilder Schrottplatz, der den Nutzern den teuren Abtransport erspart). Wenn man sich wieder Richtung Süden wendet, kommt man auf der kleinen Asphaltstraße in das bewohnte Zentrum der Insel. Nach einigen hundert Metern findet man den Anleger der ATCV „Punta Vela“, die letzte Haltestelle auf den Insel vor Treporti (19): von hier aus hat man einen wunderschönen Blick – vielleicht den schönsten der ganzen Lagune – auf die Zypressen der Insel „del deserto“, die kleine verlassene Insel Madonna del Monte, das bunte Burano und das grüne Mazzorbo. Weiter auf der Via Motte, erreicht man nach einem Kilometer das Zentrum der Insel mit der Gemeindekirche (21), dem einzigen Lebensmittelladen der Insel (21) und dem Anleger der ACTV (21). Der Straße folgt man weitere zwei Kilometer und kommt an eine Abzweigung: rechter Hand der erste Anleger der ATCV auf der Insel: „Capannone“ oder „Baracca“ (11). Wendet man sich dagegen nach links, kommt man direkt zurück zum Ausgangspunkt der Rundfahrt: Lato Azzurro. Die Straße führt an kleinen Tümpeln entlang. Da ist es einfach, die bekannten Vögel der Lagune Italiens zu entdecken: den weißen schlaksigen Garzette - wenn man Glück hat, sieht man die eleganten Cavallieri d´Italia, oder - noch seltener – einzelne Graureiher.
Text vom Inseldichter Emanuele Maspoli/ Übersetzung S.R.

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